Wohnmobil- Reise rund Südeuropa

30.07.2018 Ich hab's wieder getan!

Also wirklich, langsam zweifle ich an meiner Glaubwürdigkeit...EIGENTLICH wollte ich das Womo dieses Jahr gar nicht mehr betreten. Acht Wochen Europa haben mir gereicht. ABER- weil wir eine kleine Segelyacht am Oberösterreichischen Attersee haben, fand ich es nun auch recht praktisch, mit unserem "Würstlstand" einen nahegelegenen Campingplatz aufzusuchen. Beim "Camping Wimroither" sind wir fündig geworden. Dort haben wir prompt einen wirklich einzigartig schönen Stellplatz ergattert, mit Blick auf eine Wiese, deren frisch gemähtes Gras einen unwiderstehlichen Duft verbreitet. Abends versinkt dir Sonne in wunderbarsten Rottönen hinter der Bäumen und lässt uns den Sundowner doppelt genießen. Das Wasser des Attersees ist warm und sauber und fühlt sich an wie Samt auf der Haut. So mag ich es.





Ok, die sanitären Anlagen dieses Platzes sind beileibe nicht auf dem aktuellsten Stand und schon gar nicht's für penible Geister.  Die Betreiber sind etwas speziell- aber wenn man sie besser kennt, durchaus charmant.
Stromanschlüsse sind natürlich auch vorhanden und
herrlich kühles Trinkwasser fließt immerwährend, zur freien Entnahme, aus einem artesischen Brunnen vor dem Eingang zu den "sanitären Anlagen". Im großen Auffangbecken kann man sehr Umweltbewusst seine Getränke kühlen. Am Platz ist es herrlich ruhig- auch Abends und erst recht Nachts. Herz was willst Du mehr? Werde ich am Ende vielleicht doch noch eine Camperin? Mal sehen😉...

Resume der 8- wöchigen Europareise mit dem Lobomobil

Nun, gar nicht so einfach ein Resume über diese Reise zu verfassen. Anfangs wollte ich ja überhaupt nichts mit "Womos" zu tun haben. Meine vorgefasste Meinung über "Wohnklos", wie ich sie früher immer nannte, wenn sie mich auf der Autobahn durch behinderndes Verhalten nervten, war ganz und gar negativ und diese Abneigung konnte ich in den ersten Tagen einfach nicht ablegen. Als ich die erste Nacht in Verona neben einer auch nächtens heftig befahrenen Straße in einem infernalischen Lärm zu schlafen versuchte, dachte ich nur; Wie blöd muss man sein um so eine Karre gegen ein gemütliches Eigenheim einzutauschen.

Die Fahrt an den Gardasee am kommenden Tag entschädigte ein wenig, denn ich schoss dort eines meiner besten Fotos. Wir frühstückten in einem Hotel- quasi eine Entschädigung für die nervige Nacht, die ich ohne Hartlauers maßgeschneiderte Silikonohrstöpsel  wahrscheinlich nicht überstanden hätte. Mein Mann bemühte sich redlich mir dieses Leben schmackhaft zu machen, alleine es funktionierte nicht. Jeden Tag hörte ich mir geduldig eine "Belangsendung für Reisen mit dem Wohnmobil" aus dem Munde meines Mannes an. Jeden Tag strafte ich ihn mit "dem Blick"...

Und dann die Campingplätze. Fast jeden zweiten Tag ein Neuer. Mal schön, mal dreckig, mal Wasser zu kalt, dann Wasser zu heiß... Duschen im Womo. Am Klo duschen, ist nicht so meins und bei 50 Liter Wassertank, auch nicht wirklich gut möglich. Das war auch der Grund, warum wir selten "frei" standen. Ich weiß nicht, wie das andere Reisende machen, aber ich möchte einfach täglich duschen und aus. Morgens oder und Abends ging ich wie die meisten Camper mit meinem Geschirr brav an die Abwasch, die an jedem Campingplatz an die sanitären Anlagen angedockt ist. So verbraucht man das Tankwasser nicht, dass man zum Kochen und zur Minitoilette am Abend braucht. Über die Menschen in den Campingplätzen will ich nicht viele Worte verlieren. Manchmal waren aber auch recht interessant. Viele  Radfahrer die nur mit einem kleinen Zelt tausende Kilometer herunterradeln.  Auch eine Art Urlaub zu machen, aber ich glaube das gehört schon in den Bereich Meditation. Allein reisende Frauen, die sich trauen und sehr zufrieden dabei gewirkt haben. Die Engländer-   nett und zuvorkommend- die Holländer- sie sind überall und über den Rest möchte ich mich, wie schon gesagt, nicht äußern.  

Nun zum Wetter; Es war in der Regel saukalt. Kaum einmal über 20 Grad. Zu Hause hörte man- habe es so um die 30 Grad- SUPER!
Wir waren trotzig und trotzdem bei 15 Grad im Meer, aber halt nur sehr kurz. Einzig in Bordeaux hatte das Wasser so um die 18-19 Grad und da konnten wir den tollen Wellen einfach nicht widerstehen und blieben beinhart 10 Minuten im tosenden Brandungsspiel. Das war schön und ich habe das im Blog begeistert beschrieben. Allein schon dafür, haben sich so manche Strapazen gelohnt. Statt viel zu baden, fuhren wir sehr viel Rad und wanderten ausgedehnt an den windigen Stränden des wilden Atlantiks oder in den Bergen.

Zusätzlich hatte unsere flotte Europareise viele andere schöne Momente. Interessante Städte und ihre Geschichte. Einzigartige Museen wie das Gulbenkian in Lissabon mit seinen Kunstschätzen von unschätzbarem Wert, oder die technischen Museen in Speyer und Sinsheim. Ein echtes Highlight waren die Concorde und die Tupolev 144- das russische "Pendant".

Überhaupt waren viele ganz tolle Städte dabei wie; Albenga, San Remo mit seiner tollen Einkaufsmeile, Valencia mit einer beeindruckenden Architektur, Barcelona mit dem einzigartigen Dom, Estepona mit einem Wiedersehen alter Segelkameraden, Gibraltar mit seinen frechen Affen, das Surfer Paradies Tarifa- mit seiner wunderhübschen Altstadt, die "weiße Stadt" Vejer, Sevilla, Lissabon, Sintra eine Perle mit einer imposanten Burg, Cascais mit seinem lieblichen Hafen, Porto im Regen, Baiona wo die Pinta nach der Entdeckung Amerikas landete, A Coruna mit seinen galizischen Bräuchen, Dudelsäcken und ausgezeichneten Restaurants. Bilbao mit dem großartigen Museum und einer ebensolchen Sushi Bar, Bordeaux/Lacanau- "Les Grans Pins" mit den schönsten Atlantikwellen der Reise, Vendee- wo wir Norbert Sedlacek mit seinem neuen Projekt antreffen, San Malo- unvergesslich, Mont Saint Michelle- Wahnsinn, Calais- etwas verrucht, aber spannend, dann die Niederlande mit Den Haag, Scheveningen und Zandford, das wunderhübsche Haarlem- die kleine Schwester Amsterdams und schließlich Amsterdam selbst, mit seinen verbotenen Düften, Grachten und Blumen war einfach großartig!
Aber auch Deutschland mit seinen schönen Städten am Rhein. Speyer hat uns dabei ganz besonders gefallen. Sechs Wochen waren geplant. Acht sind es geworden. Und das trotz Abneigung der "Bordfrau"
Einfach war es nicht, kalt wars- aber irgendwie auch schön! Und stellt Euch vor- ich habe mich doch glatt dabei erwischt, mich im Internet nach einer Reiseroute durch Albanien zu erkundigen...Aber das war nicht wirklich ernst gemeint- Oder etwa doch?
 


CAMPINGPLÄTZE

In meinem ersten Eifer, habe ich sofort den ADAC Führer für Südeuropa und Deutschland erworben. Leider entpuppte sich dies als Fehlinvestition. Es gibt viel schönere Campingplätze und ACSI, bei dem wir leider nicht Mitglied waren, hat viel mehr Auswahl und es gibt für Mitglieder fast überall Rabatt. 
Am besten ging es uns aber mit der Auswahl über Google. Zwar verwirren widersprüchliche Rezensionen manchesmal, aber insgesamt hat es immer gepasst. Ab Mitte Juni, wurde es etwas enger auf den Plätzen, aber wir haben bis auf ein Mal immer was bekommen. Anrufen hilft, aber nur wenige reservieren. Der allerbeste Campingplatz ever, war mit Abstand Yello Village (Siehe Bordeaux- Lacanau). In der Vorsaison kann man hier um 15 Euro die tollsten und auch ruhigsten Plätzchen belegen. Das Areal ist riesig und für jeden ist in diesem Feriencamp etwas dabei. Der nahe Strand war einfach traumhaft und die Atlantikwelle einfach sensationell! Überhaupt ist Frankreich ein ganz tolles Reiseland für Camper!

Unser "Würstlstand"

Yellow Village Camping

Frei stehen, gefiele uns auch und wir haben das auch drei Mal gemacht, aber Duschen und sanitäre Anlagen, gefallen uns besser als Katzenwäsche und ständiges "nachgießen" Die "Gogolores" kann man auch artgerecht entsorgen und ein bisschen zu unsicher ist es uns freistehen auch...Selten waren de Snitäranlagen "Grotte", aber manchmal doch. Da hilft dann nur- Augen zu und darauf zu achten, dass man keine Wände berührt...Im großen und ganzen hat's gepasst! Einen bis maximal vier Tage, waren wir an einem Stellplatz und ich muss sagen, das reichte auch völlig, für meinen Geschmack...Dauercampen wäre mir zu fad!
Gratis Stellplatz am Stadtrand von San Remo, neben dem kostenpflichtigen Campingplatz. Neben einem Sportplatz, aber direkt am Meer...


62. Tag, 02.07. Augsburg

Seltsames Gefühl- vorletzter Reisetag...Augsburg ist ja ganz interessant- vor allem die Fehde zwischen Luther und den Fuggern, aber der "Burner" ist es nicht. Warscheinlich sind wir schon zu verwöhnt von allen anderen spannenden Städten, die wir in den letzten zwei Monaten besucht haben.

...gefällt mir😉





Sehr schön ist der Campingplatz Lech mit kleinem Badesee und Restaurant...Der Großteil der Gäste am Platz ist nett- nur ausgerechnet unsere deutschen Nachbarn haben Sprechdurchfall...Aber morgen ist Schluss, mit den Nachbarn, die man sich auf Campingplätzen meist nicht aussuchen kann- also was soll's!

61. Tag, 01.07. In der Concorde!✈😮

https://speyer.technik-museum.de/
Wie cool ist das? Da stehen sie wahrhaftig im Original- die französisch- britische Concorde und die russische Tupolev 144. Beides Überschallflugzeuge aus den 60ern! Und betreten darf man sie auch! Ja und- wo stehen wir heute mit Überschall Flugzeugen? 



Wenigstens kann man beide Geschosse im großartigen technischen Museum von Sinsheim bewundern. Gestern waren wir im Schwesternmuseum in Speyer- heute sind wir hier. Beide Museen sind unserer Meinung nach, für  Technikbegeisterte ein Muss!

https://sinsheim.technik-museum.de/


Technikmuseum Speyer- Just great! Man kann hier vieles sehen, sogar das Wohnschiff und den Tourbus der Kelly Family...



60. Tag, 30.06. Speyer- Stadtbesichtigung

Dom zu Speyer
Schönes Städtchen...
Camping Gut Thomashof am See
..

59. Tag, 29.06. Speyer- Camping am Stadtrand auf einem Pferdehof

Die letzten Tage unserer Reise sind angebrochen. Am Camingplatz am Stadtrand von Speyer ist es wahnsinmig heiß. Morgen soll es noch mehr werden- über 30 Grad😅. Gut, dass der CP an einem kleinen See liegt. Die Erfrischung und das Süßwasser tun gut. Bodo hat große Rückenschmerzen und wir versuchen diese mit ein wenig Rückengymnastik zu lindern. Leider nur mit mäßigem Erfolg😐 Morgen sehen wir uns Speyer an. Ein Hohn nach der Kälte während der gesamten Reise...

58. Tag, 27.06. KÖLN- Stadt🍻

..."ein Kölsch bitte!" Diese Bestellung gehört für mich zu "Kölle" wie der Karneval, der Dom und der Rhein. Ich finde ja, dass dieses Bierchen besonders geschmeidig die Kehle hinunter rinnt- aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.
Eines habe ich, die Campinggegnerin, inzwischen auch erfahren; Wenn man mit einem Wohnmobil reist, lernt man Städte, Menschen und Regionen aus sehr vielen unterschiedlichen und interessanten Blickwinkeln kennen. Bei einem "normalen" Städtetripp hätte ich sicher nicht die Gelegenheit gehabt, mit dem Rad den Rhein entlang in die Stadt zu fahren und so auch das Umfeld dieses Flusses kennen zu lernen.


...leider ist der berühmte Käsekuchen heute ausverkauft...



Zudem war das Wetter heute herrlich, wie die ganzen vergangenen 56 Tage nicht. Wir sitzen noch immer vor unserem Womo und genießen den milden Abend am Rhein. Die voll beladenen Schiffe grummeln langsam an uns vorüber und der Wind rauscht in den uralten Baumbeständen dieses Platzes.
Das hat schon was.



Der Besuch in der Stadt war geprägt, von vielen Menschen, überfüllten Shoppingmeilen, die überall gleich aussehen und einem Besuch des Doms, dessen mächtiger Anblick einen immer auf's Neue beeindruckt.






Na ja, vielleicht beginnt mir diese Art des Reisens doch noch zu gefallen, wenn auch mein Freigeist in der Enge und immer den "Einzigen" vor Augen, manchmal arg gelitten hat. 24 Stunden zusammen, ist nicht immer lustig- auch diese Erfahrung habe ich gemacht.
Aber es dauert ja nicht mehr lange, dann ist es vorbei, mit dem Trip und ich befürchte fast, es könnte danach ein wenig langweilig werden...


57. Tag, 26.06. Köln- Rodenkirchen

Ok, Deutschland hat in dem Moment, als wir den Campinplatz betreten, 0:2 gegen Südkorea verloren. Das wird wohl auch der Grund sein, warum die deutschen Herrn der Schöpfung mit gebeugten Häuptern herumschleichen. Nur die Holländischen Camper läßt das kalt und braten fröhlich in der Sommersonne am Rhein...Ja warum ist es am Rhein so schön? 
Deshalb:









56. Tag, 25.06. AMSTERDAM 👍🍄🍄

"Wow!"- sagen wir, als der Zug mit dem wir aus Zandfoord anreisen, am Hauptbahnhof Amsterdam hält. "Wow, wir sind ja fast mitten in der Stadt!" An diesem herrlichen Sommertag, liegt uns diese große alte Dame mit ihren verschlungenen Grachten, historischen Gebäuden und weltoffenen Menschen, praktisch zu Füßen. Wir wissen erst gar nicht, wohin wir uns zuerst hinwenden sollen, so viel gibt es zu sehen. So lassen wir uns ein wenig von der unaufgeregten Geschäftigkeit mitziehen und geraten wie von selbst, immer tiefer in den Kern der Stadt. Die engen Gassen mit den hier ganz legalen fremden Düften, die schmalen Häuser, deren Gibel uns zunicken, riesige Plätze über die sich Alt und Jung und Menschen aller Nationen und Hautfarben bewegen, bringen ins zum Staunen. Wir erkunden die Grachten per Ausflugsnoot und ich bin ganz hingerissen, von den Hausbooten die mehr oder weniger legal an den Kaimauern festgemacht haben. Manchen sieht man die Notlösung der Wohnungsknappheit in der Stadt an, aber viele tragen prächtigen Pflanzen und Blumenschmuck an den Fenstern und kleinen Veranden. Einige kann man auch mieten. Eine interessante Variante zum Hotelzimmer, wie ich finde. Am Ende besichtigen wir die berühmte Blumenmeile und decken ins mit Blumenzwiebeln ein. Es sind so viele, dass Bodo ganz schön lange Arme bekommt, bis wir wieder am Bahnhof sind. Aber da wir neugierige Menschen sind, müssen wir am Weg dorthin,  noch genau wissen, was für Entspannungsmöglichkeiten die Stadt sonst noch zu bieten hat. Wir lassen uns dahingehend von einem Fachmann in einem "Entspannungs- Shop" beraten. Wir entscheiden uns schließlich für eine alterstaugliche Variante und werden diese bei passender Gelegenheit auf uns einwirken lassen. Nach einem Essen beim Italiener und einem Kaffee im ältesten Kaffeehaus der Stadt, reisen wir wieder zurück nach Zandfoord. Hier bläst der Wind wie jeden Tag mit  surfertauglicher Stärke und kühlt die Atlantikluft auf 15 Grad herunter. Ein scharfer Kontrast zum sommerlichen Amsterdam, das heute ein würdiger Abschluss nach Norden war, denn ab jetzt erfolgt der "Umkehrschwung" nach Südost, in Richtung Heimat. 

...ein Mann für gewisse Stunden...

Fahrräder- soweit das Auge reicht...


55. Tag, 24.06. HAARLEM ein Highlight❤👍

Zwischen Zanvoord und Amsterdam liegt Haarlem- die "zivilisierte" kleine Schwester Amsterdams. Fast hätten wir es "links liegen lassen", wären wir nicht spontan einer" Eingebung" gefolgt, die 9 km dorthin zu radeln. Und was soll ich sagen; Wunderschöne Stadt! Prädikat sehenswert👍. Aber lassen wir Bilder sprechen...
Niederländische Hochzeit...
Prächtige Altstadt...



53. u. 54.Tag, 23. u. 24.06. Den Haag, Scheveningen, Zandfoord

Am besten gefallen mir an den Niederlanden, die vielfälltigen Landschaftsbilder. Es gibt so viel zu sehen. Das Meer mit seinen endlosen Stränden und unzähligen Strandhütten. Die hübschen, aufgeräumten Örtchen und Städte mit ihren kleinen schmucken und sehr gepflegten Häusern, aber auch die stattlichen Villen- versteckt hinter großzügigen Parkanlagen. Überall geschmackvolle Blumenarrangements mit allerlei landestypischen Dekorationen. An den vielen Kanälen erholen sich die Menschen auf hübsch dekorierten Stegen, die gleich vor ihren Häusern liegen und die je nach Geschmack und Vermögen perfekt in Szene gesetzt werden, oder gleichgültig verfallen. So mancher besitzt sogar ein Bötchen, um das Leben am Wasser noch mehr genießen zu können. Wenn der Wind es zulässt, lassen mächtige Trauerweiden ihre langen Zweige mit der Wasseroberfläche spielen...Ein junges, verliebtes Pärchen gleitet gemächlich und leise mit ihrem E- Motor betriebenen Bötchen an ein verschwiegenes Plätzchen...
Ganz anders an den Promenaden der belebten Strände; In Scheveningen reiht sich eine Bar an die Nächste, Menschen spazieren auf den großzügig angelegten Flaniermeilen, Kinder vergnügen sich im Sand, junge Männer feiern lautstark in den Kneipen und wieder andere- in sich gekehrte- spazieren sinnierend am rauschenden Übergang vom Meer auf dem von den Gezeiten fest gepressten Sand. Nur wenige wagen sich ins Meer, denn es bläst ein kalter Wind. Gar nicht Mitte Juni, eher Mitte April. So liegt man lieber dösend im Sand, durch Windschirme geschützt, liest ein Buch oder starrt auf das unverzichtbare Handy, mit dem natürlich auch eifrig fotografiert wird. Das Treiben ist bunt und entspannt, laut oder leise und immer wieder sausen oder fahren gemächlich die Radfahrer auf den unzähligen Radwegen an uns vorbei. Wir haben noch in keinem Land so viele toll angelegte Radwege gesehen. Ja, die Niederlande sind schön und lebenswert.


Wie dankbar sollten wir alle sein, in diesem schönen, freien und friedlichen Teil der Welt geboren zu sein. Das wird mir auf dieser Europareise immer mehr bewusst...



...ein Stück Lebensfreude...

PS: Und wieder erinnert ein Ereignis an meine Weltumsegler- Zeit. In den Haag endet diese Woche das Volvo Ocean Race, das es in dieser Form nicht mehr geben wird...

51. Tag, 21.06. Niederlande- Domburg

Also jetzt einmal zum Wetter; Seit 51 Tagen ist es bis auf 3-4 Ausnahmen niemals wärmer als 15-20 Grad! So haben wir uns den Frühsommer nicht vorgestellt. Nun gut- es hat auch seine Vorteile; Nachts besserer Schlaf, Radfahren und Wanderausflüge sind angenehmer, weniger verschwitzte Wäsche und frische Meeresluft soll ja angeblich gut für den Teint sein. Heute aber, wollte ich gar nicht mehr aussteigen, so kalt blies der Wind ums Womo. Am Campingplatz haben wir uns eine windgeschützte Ecke gesucht und mein Mann geht heute alleine an den Strand. Erst gestern Abend in Calais, habe ich auf dem Rad gefroren, wie ein Schneider...Hab erst einmal genug, vom frieren.
Dabei ist heute Sommersonnenwende. Ich lach mich krumm. Welcher Sommer?

...in einer geschützten Ecke...


...das robuste Niederländische Kaltblut nimmt das rauhe Klima gelassen...


49. + 50.Tag, 19.,20.06. Calais/ Blériot Plage (Camping Fort Lapin)

Die 200 km nach Calais, waren für unsere Verhältnisse eine eher kurze Etappe, die Wettermäßig, von starker Bewölkung, über Nebel bis zu Nieselregen bei den nun schon gewohnten 18 Grad reichten. Wir machten kurz im touristisch hochgepriesenen Boulogne- s- Mer halt, was sich als Flop erwies...Der Ort hat überhaupt keinen Charme und vom ehemaligen kleinen Fischerdorf ist nichts übrig. Das einzig witzige waren die Strandsegler, von denen wir gerne einen mitgenommen hätten. Aber in Ermangelung österreichischer Sandstrände, haben wir dann doch davon abgesehen...😉⛵v"





...wunderschöne Strandstimmung...

Dafür war der Campingplatz kurz vor Calais DIE positive Überraschung des Tages...
Wenig los, Strandnähe und als positiver Nebeneffekt ein sehr nettes kleines Restaurant mit äußerst liebenswürdigen Wirtsleuten. Zwar hat uns der Preis für zwei große und zwei kleine Bier um 24 Euro etwas geschockt, aber die Lammkeulen waren wunderbar zart und die Creme Brulee mit einer feinen zartbitteren Note-  ebenso...


Theater in Calais

...überall wunderschöne Rosen. Das Atlantikklima scheint ihnen zu bekommen...

Rathaus

Charles und Winston gegen den Feind vereint..




Erfrischendes Atlantikklima...